Allgemeinmedizinische Gemeinschaftspraxen Praxis am Strandbahnhof Praxis auf dem Priwall Akademische Forschungspraxis der Universität zu Lübeck
Allgemeinmedizinische GemeinschaftspraxenPraxis am Strandbahnhof Praxis auf dem Priwall Akademische Forschungspraxis der Universität zu Lübeck

Datenverarbeitung in der Praxis

Seit Jahren sind wir unzufrieden mit den Möglichkeiten, die uns die moderne Datenverarbeitung liefert. Tolle Ideen enden zumeist in handwerklich schlechten Lösungen. Die Abwesenheit von Anwendern bei der Erstellung von Vorgaben und Lösungen hemmt uns täglich, kostet Geld und Zeit. Viele unserer Verbesserungsvorschläge und viele unserer Fehlermeldungen konnten schon umgesetzt werden. Aber das ist nur der Anfang.

Seit März 2018 sind wir endlich "Pilotkunde" für CGM M1 PRO der compugroup, haben damit die Möglichkeit die updates vorab zu testen, Fehler zu finden und zu melden, damit die updates dann noch verbessert werden können. Wir erhoffen uns damit eine Zeitersparnis und einen verbesserten Ablauf. 

Vor kurzem hatten wir Besuch von IFAP, dem Medikamenten-Tool der Arztsoftware. In Gesprächen und Demonstrationen an allen Arbeitsplätzen konnten wir unsere Anforderungen an moderne Software-Lösungen darstellen. Mit vollen Zetteln und vielen Eindrücken fuhren die Damen gen Süden. Wir arbeiten gern weiter mit.

Im Frühjahr konnten wir den Chef der Firma doctorly bei uns begrüßen. Er hatte Gelegenheit seine Ideen mit unseren Anforderungen abzugleichen, die vorhandenen Möglichkeiten mit den erwünschten Verbesserungen zu vergleichen und die Komplexität der Allgemeinmedizin zu erleben. Algorythmen sind schöne tools, erleichtern vielleicht die Arbeit, aber es bleibt komplex. Wir konnten darstellen, welche großen Möglichkeiten einer zuarbeitenden Software es gibt und wie arbeitsintensiv die Umsetzung sein wird. Im Sommer konnten wir dann Frau von Steckelberg auf unserem ersten Sommersymposium begrüßen, die ihr Konzept darlegen konnte. 

Selbstverständlich haben wir uns auch schon die neue App von vivy angesehen und begonnen sie zu testen. Nach zwei Minuten stellt sich der erste Fehler heraus: Bauchaortenscreening nicht jährlich, sondern einmal im Leben. Das sollte nicht passieren, wenn so viele Kostenträger beteiligt sind. Die eigenen Abrechnungsbestimmungen sollte man schon kennen. Und auch hier vordergründig viele tolle Sachen, die man eintragen kann, aber tiefgründig leider viele offene Fragen und Gefahren für den Patienten und seinen Behandler. Für unsere Patienten sehe ich wenig Vorteile, wir haben Ihre Anamnese, Dauerdiagnosen, Impfungen, Vorsorgen und Recall-Listen schon jetzt im Blick und pflegen neue Befunde ständig ein. 

Künstliche Intelligenz in der Medizin, Gesundheits-Apps und andere hyps füllen die Seiten, selbsternannte Experten, Influencer und Speaker füllen die Vortragsräume, vernebeln die Foren mit ihren als Berichten getarnten Ankündigungen, denn in praxi funktioniert da recht wenig, und das wenige häufig schlecht. Wenn wir uns im Jahre 2019 einen Nadeldrucker für Ihr Betäubungsmittelrezept zulegen müssen und Krankenkassen vollmundig für das elektronische Rezept werben, dieses aber in Schleswig-Holstein gar nicht läuft, dann wünschen wir uns mal ein Projekt, das auch den praktischen Anforderungen entspricht.

Es wird mehr das Praktische sein, ds wir weiterentwickeln müssen, wo wir uns einbringen sollten. Bereits mehrfach waren Teams von der compugroup bei uns, um zu prüfen woran es liegt. Zum Glück sind wir gut organisiert, bemühen uns um die Implementierung der neuen Lösungen, so dass man uns attestieren mußte, dass wir leider mit unserer Kritik reichtig liegen. Es gibt viel Arbeit bei der Umsetzung.Daher testen wir moderne Zugangssysteme, haben seit Begin die Telematik-Box und versuchen den e-Arztbrief anzuwenden, ein Konstrukt mit dem Service des TELEX. Wer sich so etwas ausdenkt, kann kein Interesse daran haben, dass es läuft. Warum werden hier wohl Millionen investiert, während google, amazon und microsoft keine Entwicklungshilfe brauchten? Aber das Geld sitzt locker, wenn es nicht das eigene ist und Bundesregierung, Interessenverbände und KBV kochen da gemeinsam eine Suppe bei der man nicht weiß, wer Koch, Restaurantbesitzer und Lieferant ist. Nur die, die es essen müssen, die stehen schon fest: Patienten und Ärzte werden es auslöffeln, damit andere Geld einsparen, sich bereichern und praxifern snacken, so traurig es ist. 


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